Fragen Sie Fräulein Frühling

April
2014

Dr Sommer verläßt die Bravo? Kein Problem – fragen Sie einfach Fräulein Frühling, die Autorin des Bestsellers „Singlerella“. Wir von Bravissima möchten Ihnen heute Fräulein Frühling vorstellen, und freuen uns schon darauf, dass sie ab jetzt regelmäßig in Bravissima Ihre Fragen beantworten wird

Bravissima: Fräulein Frühling, Sie bestehen auf der Anrede Fräulein, möchten Sie dazu ein paar Worte sagen?

Fräulein Frühling: Eigentlich verstehe ich mich als „Freulein“ und nicht als „Fräulein“, aber um nicht ständig korrigieren zu müssen, beuge ich mich dem Rechtschreibprogramm meines Computers. Daher also Fräulein.

B: Aber ist diese Anrede nicht völlig unzeitgemäß?

FF: Wußten Sie, dass die Abschaffung des Begriffs Fräulein von den Nazis inszeniert wurde? Das sollte einem zu denken geben!

B: Ja, aber hängt dem Begriff nicht etwas sehr Altmodisches an?

FF: Ganz im Gegenteil! Der japanische Germanist Saburo Okamura hat in empirischen Untersuchungen herausgefunden, dass der Begriff Fräulein mit den Attributen energiegeladen, attraktiv und einsatzfreudig verbunden wird. Und da frage ich Sie: Wie möchten Sie lieber wahrgenommen werden, als ältere Frau oder als attraktives Fräulein?

B: Fräulein Frühling, Ihr Buch Singlerella ist ein Plädoyer für das Leben als unverheiratete Frau, als weiblicher Single, als Singlerella. Können Sie uns ein paar Beispiele geben?

FF: Wußten Sie, dass 79,5 % aller Frauen es hassen, dreckige Männerunterhosen zu waschen? 15 % sagen, es wäre ihnen egal und gehöre einfach zum Leben. 5 % machen es gerne, weil sie so ihrem Schatz ihre Fürsorge zeigen können. Und 0,5 % finden das Waschen dreckiger Männerunterhosen erotisch.

B: Erstaunlich.

FF: Das Erstaunlichste ist die Tatsache, dass fast alle weiblichen Singles sich trotzdem einen Mann im Haus wünschen, obwohl sie wissen, dass sich von diesem Moment an ihre Wäsche verdoppelt.

B: Ja, wenn Sie es so auf den Punkt bringen.

FF: Das Ausmass der Verzweiflung kann man in jeder Buchhandlung sehen, die Verzweiflungsecke wächst ständig. Täglich kommen neue Titel auf den Markt.

B: Sie meinen die Beziehungsratgeber.

FF: Ich meine die Kochbücher. Jeder, der leidenschaftlich kocht, braucht im Grunde keine Kochbücher. Aber jemand, der nicht leidenschaftlich kocht, und trotzdem jeden Tag Essen auf den Tisch bringen muss, steht täglich vor der Frage: Was koche ich heute?

B: Fräulein Frühling – wie lautet ihr Tipp für dieses Dilemma des Lebens?

(Note to self: Das passiert mir nicht mehr. Der Mann in meinem Leben wird sich umgucken. Am besten gleich in der Kochbuchabteilung.) FF: Es beginnt mit der Entkoppelung von kulinarischer Versorgung und männlicher Präsenz.

B: Und haben Sie dafür einen Tipp?

FF: Sehr viele sogar! In meinem Buch Singlerella findet die Leserin 1001 Tipps...

B: Darf ich Sie zum Schluß etwas Persönliches fragen?

FF: Nur zu – ich bin für alle Fragen offen.

B: Haben Sie auch einen Vornamen?

FF: Sogar zwei.

B: Und die wären?

FF (seufzt): April May.

B: Wie passend!

FF: Die Schuld meiner Eltern.

B: Ja, man kann sich seine Eltern nicht aussuchen...

FF: Aber seinen Mann schon, daran sollte frau immer denken!

B: Fräulein Frühling, ich danke Ihnen für dieses offene Gespräch.

FF: Darf ich noch kurz etwas zu dem Begriff Fräulein sagen?

B: Aber gerne!

FF: Ein großer Vorteil des Fräuleins ist, dass es sowohl starke als auch schwache Deklinationen ermöglicht.

B: ???

FF: Sehen Sie, eine schöne Frau ist eine schöne Frau, egal in welchem Fall. Aber das schöne Fräulein wird zu einem schönen Fräulein, wenn jemand es als schönes Fräulein betrachtet. Ist diese Vielfalt nicht wunderbar?

B: Man lernt doch wirklich nie aus. Fräulein Frühling, ich danke Ihnen nochmals für diese interessante Gespräch.

Bravissima wünscht ihren Leserinnen – ob aktuelle, potentielle oder ehemalige Singlerellas – eine schöne Woche. Wir freuen uns auf Ihre Fragen an Fräulein Frühling, die Sie bitte direkt an die Redaktion von Bravissima schicken.